26.00 min, DV, 2019
Regie / Kamera / Schnitt

lobende erwähnung – 44. duisburger filmwoche 2020
lobende erwähnung – 62. nordische filmtage lübeck 2020
lobende erwähnung – 37. kasseler dokfest 2020
offizielle auswahl – 31. abgedreht! hamburg 2020
offizielle auswahl – woche der kritik 2021
offizielle auswahl – 18. dokumentarfilmwoche hamburg 2021

Der Fisch in der Flasche isst Brot und ich schaue zu.
Wir wollten Sardinen braten.
Schlechte Sachen vergisst man automatisch.
Jetzt gibt es nur noch Plastikbesteck.

Mit 16 Jahren erzählen mir meine Eltern das erste mal von der Untersuchungshaft und der anschließenden Abschiebung nach Algerien. 24 Jahre nach diesen Ereignissen bin ich mit meinem Vater am Hamburger Flughafen.

Es ist 5.30h und kalt. Das erste mal fahren wir durch den Sicherheitsbereich über das nebelige Vorfeld zur Küche. Dort arbeitet er. Wir halten an. Vor uns fährt ein mit Menschen gefüllter Bus vorbei. Noch bevor ich verstehe, ist der Bus schon wieder verschwunden. Die kaputte DV-Kamera von meinem Vater lasse ich in meinem Rucksack und fühle mich machtlos. Wir steigen aus dem Auto. Dem Bus hinterherschauend sagt mein Vater: „Die werden abgeschoben“.

Bilder von Abschiebungen kennen wir. Wir sehen sie jeden Tag. Diese Bilder sind wichtig, denn sie dokumentieren, zeigen Machtverhältnisse auf und doch entscheide ich mich dazu, niemanden in so einer Situation zu filmen, da ich es selbst nicht wollen würde. Ich versuche einen anderen Weg zu finden und entscheide mich dafür meinen Vater zu zeigen, doch über die Vergangenheit reden kann er nicht.

Monate nach dem letzten Drehtag wird mir plötzlich klar, was ich mir selber nie eingestehen wollte oder konnte. Die Geschichte meiner Eltern ist genauso meine eigene.